Kurze Beschreibung

Der kleine Rosengarten im Rahmen des Parkfestes von radioeins
Idee und Konzept

Eine KunstAktion zum Mitmachen und sich selbst ausprobieren
für Kinder und Jugendliche im Alter von 3 – 13 Jahren

Ein Garten ist, ebenso wie ein Park, ein vom Menschen gestalteter Raum und eine kulturelle Leistung. Natur und Kultur treffen hier unmittelbar aufeinander. Sonne, Wind, Regen, ein nährender Boden sind wichtig, damit etwas wächst. Kultur, Wissen und Hingabe befähigen uns, eine abgegrenzte Fläche zu einer blühenden Landschaft zu gestalten. Natur und Kultur treten in eine enge Wechselbeziehung. Ein vielschichtiger Prozess beginnt und ist verbunden mit Fragen wie: Was soll in unserem Garten wachsen? Was nährt uns? Wofür wollen wir verantwortlich sein? Wieviel Verantwortung wollen wir tragen und warum?

Das Projekt „Der kleine Rosengarten“ initiiert die temporäre Entstehung eines Gartens und vermittelt eine in dieser Größe und Qualität der Umsetzung neue Erfahrung. Ein Stück Park wird im Laufe von 11 Tagen ein begehbares Kunstobjekt. Die teilnehmenden Kinder erstellen große Kunstobjekte (Blumen) und verwandeln die Fläche schrittweise, in einem mehrstufigen Prozess.

Die ca. 1 Meter hohen Blumen bestehen aus Kopf, Stengel und einem Fuß, sie sind transportabel. Verschiedenste Materialien (Metall, Plaste, Naturmaterialien) kommen beim Bau zum Einsatz. Unterschiedlichste handwerkliche Techniken verbinden die Materialien. Schneiden, Löten, Biegen, Stanzen, Weben … Renommierte internationale Künstler leiten die Aktion an. Eine Schmiedin eröffnet mit ihrer mobilen Schmiede ganz neue Materialerfahrungen und Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Kinder können sich frei für eine Gestaltung und die zu verwendenden Materialien entscheiden. Schrittweise wächst der Garten jeden Tag ein Stück und kann durch die Kinder immer wieder neu (an)geordnet werden. So wird aus vielen Teilen (den Blumen / Kunstobjekten) ein Werk, als Ausdruck einer kollektiven Leistung, das nur gemeinsam möglich ist.

Ebenso wächst von Tag zu Tag die Umgrenzung des Gartens. Sie besteht aus vielen beschrifteten flachen Steinen (statt eines Zaunes) auf der die Kinder mit einem Wort die Frage beantworten: Was macht Deinen Garten für Dich so wichtig? Ein Garten auch für unsere Träume.

‚Der kleine Rosengarten‘ ist ein interdisziplinäres Projekt mit vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Neben Malerei, plastischem Gestalten, Handwerkstechniken / Schmieden, kommen auch performative Kunstformen und raumspezifische Installationen zum Einsatz. Der Garten hat einen engen Bezug zum Ort / Park auf dem Gleisdreieck. Dabei wandelt er sich ständig und wächst.

Die Aktion im Gleisdreieckpark initiiert dabei einen Beginn. Nach dem Ende der Aktion werden die entstandenen Kunstobjekte / Blumen an andere Orte in Berlin / Tempelhof‐Schöneberg verpflanzt. Sie wachsen dort in nachfolgenden Aktivitäten weiter, motivieren und verbinden Hausgemeinschaften ebenso wie Einrichtungen der Kinder‐ und Jugendarbeit oder Seniorentreffpunkte. Dabei kann, je nach aktueller Situation, jede dieser Aktionen einen eigenen Schwerpunkt / Thema finden. So wird der Gedanke des ‚Construction in Process‘, Polen 1981, durch fortlaufende soziale Aktionen Menschen zu erreichen und in Kontakt zu bringen, immer wieder neu initiiert. Kunst vermag Gesellschaft zu gestalten und kann ein soziales Gewebe / Bewußtsein erzeugen. Sie bringt Menschen in Kontakt.

Der Garten wird zur Metapher, jede der entstandenen Blumen ist der Samen für eine neue Bewegung und für eine gemeinsame Aktivität.